Thunfisch Fischerei in Pizzo

Schon seit alten Zeiten ist der Reichtum des Meeres von Pizzo bekannt. Die ältesten Erkundigungen über den Thunfischfang an der ‚Napitiner‘ Küste stammen aus der zweiten Hälfte des 15. und 16. Jahrhunderts, als der Herzog von Monteleone, Inhaber der Fischereirechte der ‚Tonnara‘ (Thunfisch-Fischerei) an der Hafenküste von Bivona war, und vor allem als die wichtigste Tonnara von Pizzo, für lange Zeit Eigentum der Familie Gagliardi war. In Pizzo gab es zwei Thunfisch Fischereien: ‚Tonnara Grande‘ oder ‚Tonnara d’a Praja‘ und ‚Tonnara Piccola‘ oder ‚da Gurna‘. Die Thunfisch Fischerei wurde im 11. Jahrhundert von den Arabern eingeführt, und bestand aus statische Stellnetze die den Weg der Thunfische auf ihrer Meeresroute sperrten, und die sich dann in Netz-geflochtene Reusen, ‚gutamo‘ genannt, verfingen. Später wurde der traditionelle Thunfischfang mit Fischereiboote aus anderen Regionen ersetzt, die mit modernen Geräten wie ‚Sonar‘ und ‚Radar‘ ausgestattet waren, und die die Feststellung der Fischschwärme begünstigten. Die neusten Schiffe ‚tonnara volante‘, oder ,fliegende Thunfisch Fischerei‘, verändern grundlegend die alte Thunfischfang Methode, als die Thunfische nach der Auffindung umkreist und immer enger bis zur Erstickung eingeschlossen wurden. Es war nicht der Thunfisch, der in die ,Tonnara‘ geriet, sondern der Mensch, der ihm eine organisierte Jagd gab. Die Tonnara Aktivität von Pizzo wurde endgültig im Jahre 1963 beendet, als die Fischfangsaison mit nur 12 Thunfische beendet wurde, und so der ,fliegenden Thunfisch Fischerei‘ grünes Licht gab.